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Der Karlsruher SC mit Gefahr und Sorgen

Mit Abschluss der Hinrunde stand der Karlsruher SC noch auf Platz zwei, 2025 ist das Team von Trainer Christian Eichner in eine Abwärtsspirale geraten und bekleidet aktuell Rang zehn. Dennoch sticht ein Mann der Badener mit individuellen Leistungen besonders heraus, der KSC hat zudem eine klare Idee für den Weg in die Offensive, aber: für das Spiel am Freitagabend (18.30 Uhr) gegen Hannover 96 fallen mehrere Stammspieler aus. Vor dem anstehenden Duell durchleuchten wir wieder unsere kommenden Gastgeber - hier im Gegnercheck.

/ Profis
Tragende Säule im Team des Karlsruher SC: Kapitän Marvin Wanitzek. (Foto: DFL/Getty Images/Simon Hofmann)

Abwärtstrend
Die Winterpause scheint dem Karlsruher SC alles andere als gut getan zu haben. So stand der KSC mit Abschluss der Hinrunde auf Platz zwei, in den zehn Partien der Rückrunde kamen auf die 29 Punkte aber erst acht hinzu. Vor dem Duell mit Hannover 96 am Freitagabend stehen die Badener damit auf Rang zehn, mit mittlerweile neun Zählern Rückstand auf Relegationsplatz drei. Die aktuelle Formkurve trägt auch nicht zu einer möglichen Wende bei. Den einzigen beiden Rückrunden-Heimsiegen (3:1 gegen Magdeburg; 1:0 gegen Köln) folgte ein 0:3 in Darmstadt, ein 0:0 gegen Ulm und ein 1:3 bei Hertha BSC - also ein Punkt und ein Tor aus den letzten drei Partien. Positiv: drei Heimspiele in Serie ohne Niederlage.

Top-Torjäger abgegeben
Bei der Suche nach Erklärungen werden immer wieder Zusammenhänge mit dem Winterverkauf von Budu Zivzivadze hergestellt. Der Georgier verließ Karlsruhe für Bundesligist Heidenheim, nachdem der Stürmer in der Hinrunde mit zwölf Toren zu den Top-Torjägern der 2. Bundesliga gehörte, nun wartet der Karlsruher SC bereits seit acht Partien auf ein Stürmertor. Seit seinem Abgang hat sich, trotz einer vergleichbaren Anzahl an Torschüssen und xGoals, die Trefferquote nahezu halbiert - von zwei Toren pro Spiel auf 1,1. Ein weiterer Hinweis für das merkliche Fehlen des Nationalspielers seines Heimatlandes im Karlsruher Sturmzentrum ist die stark reduzierte Effizienz vor dem gegnerischen Tor: Die Abschluss-Effizienz lag in der Hinrunde bei 7,5, also wurden knapp acht Treffer mehr erzielt als erwartet, mittlerweile liegt der KSC bei 2,2.

Die Schlüsselfigur
Wer aber dennoch den Unterschied pro Karlsruhe ausmachen könnte, wäre der Kapitän des Teams von Trainer Christian Eichner. Marvin Wanitzek ist der einzige KSC-Akteur, der in der Rückrunde mehr als einen Treffer erzielt hat, führt ohnehin die interne Torliste an und ist zudem mit neun Vorlagen der zweitbeste Vorbereiter der Liga hinter Ex-96-Profi Linton Maina (10; 1. FC Köln). Durch seine persönlichen vier Tore in 2025 schraubte der Mittelfeldmann sein saisonales Kontingent auf zehn - wie nach jeweiligem Abschluss der vergangenen beiden Spielzeiten, elf wären neuer individueller Rekord. Generell sind drei zweistellige Saisontore in Serie für seine Position sehr bemerkenswert. Die 19 aktuellen Scorer-Punkte sind ligaweit die zweitmeisten Torbeteligungen hinter Magdeburgs Martijn Kaars (20). Außerdem war sein letzter Treffer, bei der Niederlage in Berlin, sein 50. Zweitliga-Tor, was ihn zum zweiterfolgreichsten Schützen der Karlsruher Historie in der 2. Bundesliga macht.

Über die Außenbahnen zum Erfolg
Als Kapitän, Top-Scorer und Unterschiedsspieler ist der Mann mit der Rückennummer zehn natürlich einer der Schlüsselfiguren für Trainer Christian Eichner in dessen 5-3-2-System mit zwei "Achtern". Realtaktisch bewegt sich Wanitzek jedoch mit vielen Freiheiten hinter der Doppelspitze und agiert eher wie ein "Zehner", sodass Eichner aus der Ferne betrachtet im Mittelfeld mit "Sechser", "Achter" und "Zehner" agiert. Auffällig im Spiel nach vorne ist zudem die Häufigkeit an Flankenbällen. Mit dem linken Schienenspieler David Herold, dem rechten Sebastian Jung und Wanitzek stehen gleich drei KSC-Akteure in der Liste der Zweitliga-Spieler mit den meisten Hereingaben. Generell schlägt nur der SC Paderborn (362) noch mehr Flanken als Karlsruhe (344). So ist die große Stärke der Badener keineswegs Zufall: Der Karlsruher SC erzielte ligaweit die meisten Tore (14) nach einer Flanke aus dem Spiel heraus. Durchschnittlich führt jede 25. Hereingabe zu einem Treffer - auch das ist der Liga-Bestwert.

96-Sieg im Hinspiel
Nun ist am 28. Spieltag Hannover 96 zu Gast im BBBank Wildpark, gegen die Karlsruhe im direkten Duell nur einen Zähler aus den letzten drei Partien sammeln konnte. Auch das Hinspiel entschieden unsere Roten mit 2:1 für sich, nachdem die KSC-Führung durch Marcel Franke in einen Sieg umgemünzt wurde. Die Treffer erzielten im zweiten Durchgang Jessic Ngankam (66.) und Marcel Halstenberg per Strafstoß (89.).

Schmerzliche Ausfälle
Eichner wird für das Rückspiel nicht auf sein komplettes Personal zurückgreifen können, gleich drei Stammspieler der letzten Wochen fallen aus. Abwehrchef und Ex-96-Verteidiger Marcel Franke fehlt wegen einer Gelbsperre, "Sechser" Nicolai Rapp hat sich mit einem Magen-Darm-Infekt krank abgemeldet und Stürmer Fabian Schleusener war bereits in Berlin wegen Problemen mit den Adduktoren inaktiv. Mit Andrin Hunziker und Luca Pfeiffer fallen zwei weitere Alternativen für den Offensivbereich aus.
cvm

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